Denkmalschutz und Sicherheit im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek
Unser historisches Erbe ist ein Schatz, der für künftige Generationen bewahrt werden soll. Gleichzeitig sollen die Baudenkmäler für viele Menschen zugänglich sein und wirtschaftlich genutzt werden können. Bei der zeitgemäßen Weiterentwicklung und Adaptierung ist dem Denkmalschutz eine besondere Sorgfalt entgegenzubringen. Wie die Umsetzung im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek zeigt, ist dies auch problemlos möglich.
Als Teil der Bundesmuseen hat die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) ihren Sitz in der Hofburg in Wien und ist die zentrale wissenschaftliche Bibliothek Österreichs.
In der ÖNB werden unter anderem die Pflichtexemplare aller in Österreich erschienenen Druckwerke bearbeitet und gelagert. Somit erfolgt auch eine enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Schulen, da z.B. sämtliche Dissertationen in der Bibliothek zugänglich gemacht werden müssen.
Die Neue Burg am Heldenplatz beherbergt die Lesesäle sowie das Papyrusmuseum und das Haus der Geschichte Österreich. Über den Eingang am Josefsplatz erreicht man unter anderem den Prunksaal.
Der Prunksaal
Der Prunksaal der ÖNB gilt als einer der schönsten historischen Bibliotheksräume der Welt. Er beherbergt heute über 200.000 Bücher und besticht mit seiner einzigartigen barocken Innenarchitektur, welche unter Kaiser Karl VI. geschaffen wurde.
Heute wird der Prunksaal hauptsächlich als Museum genutzt und bietet jährlich zwei bis drei wechselnde Ausstellungen. Es besteht auch die Möglichkeit, den Prunksaal für Veranstaltungen zu mieten, der Saal unterliegt daher einer wechselnden Nutzung.
Im Jahr 2022 wurde der Saal einer aufwändigen Generalrestaurierung unterzogen.
Aufgabenstellung
Der Prunksaal unterliegt einem strengen Sicherheitskonzept. Aus sicherheitstechnischen und konservatorischen Gründen darf sich nur eine maximale Anzahl an Personen gleichzeitig im Prunksaal aufhalten.
Der Verkauf von Tagestickets ermöglicht zwar grundsätzlich die Zählung der Besucher:innen, das Ticketsystem ist aber nicht darauf ausgelegt, den Zeitpunkt des Eintrittes und des Verlassens des Prunksaales zu bestimmen. Daher wurde eine alternative Möglichkeit erarbeitet, um die Füllstände near-time zu messen.
Sowohl das Personal beim Ticketverkauf, als auch die Mitarbeiter:innen der Einlasskontrolle haben permanenten Zugriff auf die aktuellen Füllstände. Droht eine Überfüllung, kann sowohl bei der Ausstellung weiterer Tickets, als auch beim Zutritt in den Prunksaal durch die Haupttüre der Personenstrom direkt beeinflusst werden.
Über die Füllstandsmessung
Die Füllstandsmessung ist die Königsklasse im Bereich der Personenzählung. Bei einer Füllstandsmessung werden von allen eintretenden Personen jene subtrahiert, die den markierten Bereich wieder verlassen. Deshalb müssen nicht nur die eintretenden Personen möglichst exakt erhoben werden, sondern auch in der Gegenrichtung muss die Zählung passen. Jegliche Balanceunterschiede der Ein- und Austritte werden sofort sichtbar, indem die Füllstandszählung Schlagseite in eine Richtung bekommt. Die Darstellung weist dann mehr oder weniger Personen aus, als sich tatsächlich im Raum befinden. Handelt es sich dabei um eine dauerhafte Schieflage, summieren sich die Unterschiede am Tagesende zu einer groben Fehleinschätzung.
Da das Thema der Füllstandsmessungen komplexer ist als bei anderen Zählungen ist es uns wichtig im Vorfeld zu erwähnen, dass wir hier das Ziel haben, besonders sorgfältig zu arbeiten. Dennoch ist es nicht möglich, hundert Prozent genaue Zahlen zu liefern. Daher ist die Zählfeldhygiene besonders wichtig. Also das Freihalten der Zählzone von störenden Einflüssen und wechselnden Bedingungen.
Technische Umsetzung
Der Prunksaal verfügt über einen Hauptzugang und einen Nebeneingang, der aber nur an besonderen Tagen geöffnet wird (z.B. Lange Nacht der Museen).
Das gesamte Bauwerk ist denkmalgeschützt. Technische Infrastruktur muss sich dementsprechend möglichst so an die barocke Architektur anpassen, dass sie die Wahrnehmung des Raumes nicht beeinflusst.
Beide Türen wurden mit 3D-Stereo Vision Sensoren ausgestattet, die oberhalb der Eingänge direkt nach dem Eintritt bzw. kurz vor Austritt aus dem Saal das Messfeld abdecken. Die besondere Herausforderung dabei war es, die optimale Einstellung für diesen Bereich zu finden, da hier besonders gerne Fotos gemacht werden und die Besucher:innen sich deshalb auch wieder einige Meter zurückbewegen, was einer Austrittsbewegung gleicht.
Die Technik wurde in eigens aus Holz angefertigten Gehäusen versteckt und verschmilzt dadurch optisch mit der Umgebung. Nachträglich und auf dem Foto nicht ersichtlich, wurde auch noch eine Absturzsicherung angebracht. Für den Fall, dass Wien einmal von einem Erdbeben heimgesucht wird.
Vorteile der Füllstandsmessung
Echtzeitdaten und -analyse:
Mit der digitalen Füllstandsmessung ist eine Echtzeitüberwachung der Besucherzahlen Ihres Objekts möglich. Diese Echtzeitdaten bieten wertvolle Einblicke in Besucherströme, was Ihrem Team hilft, Spitzenzeiten vorherzusehen und entsprechend zu planen.
Ressourcenoptimierung:
Durch die Analyse der Besucherzahlen können die Ressourcen, wie Personal und Informationen, effizienter eingesetzt werden. In Stoßzeiten können zusätzliche Mitarbeiter:innen eingesetzt werden, um eine reibungslose Betreuung der Besucher:innen zu gewährleisten.
Modulare Ergänzungen:
Im Fall von baulichen Erweiterungen kann das Videosystem mit zusätzlichen Sensoren erweitert werden. Darüberhinaus können, abgesehen von der Füllstandsmessung, auch andere Szenarien im Bereich der Personenzählung abgedeckt werden.
Modernes Berichtswesen:
Unsere Software ermöglicht Ihnen einerseits weitreichende Vergleichsmöglichkeiten und die aktive Arbeit mit Detaildaten. Zeitgleich sendet unser passives Reporting periodische Berichte an Ihre Emailadresse, welches Ihnen Einblicke in die aktuellen Daten gibt.
Verbesserte Planung und Marketingstrategien:
Die gesammelten Daten aus der digitalen Frequenzmessung bieten wertvolle Erkenntnisse über Trends und Vorlieben der Besucher:innen. Dies ermöglicht es Ihnen, Angebote, Marketingstrategien und Veranstaltungen anzupassen, um den Besucher:innen ein attraktiveres Angebot zu machen.
Datengestützte Entscheidungen:
Die gesammelten Daten über Besucherzahlen und -verhalten können als Grundlage für strategische Entscheidungen dienen. Dies könnte die Planung von zukünftigen Investitionen, Erweiterungen oder Verbesserungen der Einrichtungen beeinflussen.
Effektivere Sicherheitsmaßnahmen:
Durch die digitale Frequenzmessung können Sie die Kapazitäten Ihrer Räumlichkeiten besser überwachen und so sicherstellen, dass die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Überfüllte Räume können vermieden werden, was zur Sicherheit und zum Wohlbefinden der Besucher:innen beiträgt.
